Tschüs Blog...

Thursday, April 19. 2012

1on stellt seinen Blog-Service zum 1. Mai ein.

Realistisch betrachtet werde ich aller Voraussicht nach nicht den aufwand betreiben, einen neuen Provider zu suchen. Als ich mit dem Bloggen begann, geschah das in erster Linie, um Freunden von früher ab und an (ohne lange Briefe) mitzuteilen, was ich gerade erlebt habe. Seit ich wieder in Berlin bin, sehe ich die alten Freunde aber so oft, dass sich das erledigt hat. Außerdem sind die meisten Erlebnisse eher mit einem Facebook-Dreizeiler als mit einem Bog-Eintrag zu beschreiben.

Anfangs schrieb ich außerdem ab und an etwas über meine Arbeit (soll ich nicht mehr) und meinen Chor (hab ich nicht mehr).

Bleiben die Berichte zum wohle der Allgemeinheit. Ich habe der Menschheit mitgeteilt, dass Medion-Plattenspieler Murx sind (was aber eine Binsenweisheit war, wie die Kommentare zeigten), und das es keinen signifikanten Unterschied macht, heißes statt kaltem Leitungswasser zu kochen (was aber keine Frau davon abhalten wird, das zum Aufhänger eines lange vorbereiteten Beziehungsstreits zu machen).

Summa sumarum: Dies Blog ist verzichtbar. Wir werden sehen, ob mein Mitteilungsdrang eines Tages wieder erwacht und sich anderweitig Bahn bricht. Ich würde aber nicht drauf wetten. Denn ich bin zufrieden, und Zufriedenheit macht schreibfaul. Freunde: Ihr wisst, wo ihr mich findet. Fremde: Gehabt euch wohl!

EDIT: Offenbar reicht die Kraft nicht mal mehr zum Abschalten der Seiten... 

Wie es früher war (I)

Monday, March 5. 2012

Vom Einkaufen

Wenn vom Einkaufen in der DDR die Rede ist, denkt man in erster Linie an den "Konsum". Der wurde übrigens auf der ersten Silbe betont und war ein flächendeckendes Netz von Genosenschaften. Ich weiß nicht, ob wirklich nur Mitglieder einkaufen durften, aber im Prinzip war jeder Mitglied (oder hatte zumindest eins in der Familie). Die Läden waren von unterschiedlicher Größe - als ich noch als Käse im Schaufenster lag, befand sich sogar im späteren Wohnzimmer meines Elternhauses eine Konsum-Verkaufsstelle - aber als ich ein Kind war, betrieb der Konsum sowohl in Obercunersdorf als auch im Nachbarort einen knapp Lidl-großen Laden, der aber nicht Supermarkt, sondern Kaufhalle genannt wurde.
Die Einkaufswagen waren etwas kleiner als heutzutage, und man musste auch keine Mark hineinstecken. Als Diebstahlsicherung diente in unserem Dorf eine ca. 10 Meter hohe Treppe, die zum Verkaufsgeschoss hinaufführte. Im Inneren traf man auf einen mit den typischen schwarz-weiß gesprenkelten Kunststeinen gefliesten Boden und lange Regalreihen mit altweißer Sprelakart-Verkleidung. Ich kann mich nicht an besondere Werbeplakate erinnern, und vermutlich gab es an den Regalen keine Preisschilder - in der DDR gab es den Einheitlichen Verbraucherpreis (EVP), also kostete jeder Artikel in jedem Laden gleich viel, und der Preis war ab Werk aufgedruckt. Das Angebot war ein bisschen wie im Aldi - es gab alles Lebensnotwendige, aber meist nur eine Sorte. Anders als im Aldi gab es im hinteren Bereich sogar eine Wurst- und Fleischtheke - wobei meine Eltern eher zum Fleischer gingen. (Nebenbemerkung: Es wird heute allerlei über Versorgungsengpässe gerade beim Fleisch erzählt - ich war aber damals zu jung und unkritisch, um im Nachhinein Substanzielles zu diesem Thema beitragen zu können. In der Küche hing bei aber praktisch immer eine lange Salami an der Wand der Bodentreppe - die jedenfalls muss es gegeben haben. Auch an Schinken und Teewurst meine ich mich mit Bestimmtheit erinnern zu können.) Ach ja - es gab meiner Erinnerung nach keinen in Folie eingeschweißten Wurstaufschnitt oder Schnittkäse, und die einzige Lebensmittel in Plastebechern in unserem Haushalt waren Quark und die streichzarte "Frische Rahmbutter". Überhaupt kann ich mich an keinerlei Fertiggerichte wie Tiefkühlpizza oder Maggi-Pulver erinnern - man kochte selbst oder holte sich sein Mittag im Korb oder Leiterwagen aus einer der vielen Betriebskantinen nachhause. Milch gab es bei uns im Dorf ausschließlich (mehr oder weniger) frisch in Glasflaschen mit einem Aluminiumdeckel, in den das Tagesdatum eingeprägt war. (Im Winter, wenn die Kühe in der nahen Milchviehanlage Silofutter bekamen, wurde die Milch eklig. In der Milchviehanlage arbeitete übrigens die Patenbrigade meiner Klasse.) Am Flaschenhals setzte sich immer der Rahm ab, und man konnte Frischkäse draus machen. Der Joghurt steckte in ähnlichen, aber kleineren Flaschen, ebenso wie die aromatisierte Schulmilch. Es gab extra eine Art Eislöffel, um ihn da herauszubekommen. Kaffesahne gab es in pyramidenförmigen Tetra-Paks, denen man zum Öffen eine Ecke abschnitt. Näher am Eingang standen Getränkekisten (könnten durchaus noch Holzstiegen gewesen sein). Mineralwasser hieß in der DDR immer Selterswasser, außerdem gab es für uns Kinder eine "Limo" mit Orangenaroma und eine etwas weniger zuckrige "Limonade", die Orange-Maracuja-aromatisiert war. All diese Getränke, ebeso wie das Bier, wurden nur in 0,3-l-Pfandflaschen mit Kronkorken verkauft. In Literflaschen gab es noch sogenannten Süßmost (z. B. mit Rhabarbergeschmack) und Fruchtsirup, den man mit Sprudel zu Limonade mixen konnte. Es gab auch eine Art Haushaltswarenabteilung mit je einer Sorte Spülmittel (Fit), Scheuerpulver (Ata), Waschpulver (Spee), Schuhcreme (Eg-Gü) und so weiter. (Gut, von einigen Dingen gab es mehr als eine Sorte, Seife und Zahncreme zum Beispiel. Aber das hätte man in ein paar Jahren auch noch in den Griff bekommen.) Ich erinnere mich noch, dass es drei Sorten Batterien gab: die ganz einfachen (klassische Zink-Kohle-Elemente mit einer orangefarbenen Papp-Banderole), eine Luxus-Ausführung (in rotem Foliemantel) und Impportware aus der Sowjetunion (mit gelb-grünem Metallgehäuse). Besonders die ganz billigen liefen gerne mal aus, wenn man sie ein paar Wochen unbeobachtet in einem Spielzeug liegen ließ.
Vorn hinter den Kassen stand etwas sehr Spannendes, nämlich große Kunden-Kaffeemühlen. Da der teure DDR-Importkaffe nicht vakuumverpackt gehandelt wurde, kaufte jeder Genießer zum Aromaschutz ganze Bohnen. In diesen Automaten konnte man seine gekauften Bohnen hineinschütten und die Tüte unten anklemmen, wo der gemahlene Kaffee wieder hineinrutschte. Zu meiner Enttäuschung boykottierte meine Mutti dieses tolle Gerät und mahlte lieber daheim mit einer kleinen elektrischen Kaffeemaschine ganz frisch.
Die Kassen waren auch so eine Sache: elektromechanische Rechenmaschinen, die nach jeder Eingabe ein ziemliches Gerassel veranstalteten. Auf dem Zettel war folglich auch nichts außer dem Preis zu sehen, soweit ich mich erinnere. Dafür hatten sie an der Seite im Gehäuse noch ein Loch, wo man bei Stromausfall eine Kurbel einstecken und weiterrechnen konnte. Lustigerweise hatte der Konsum ein eigenes Payback-System in Form von Wertmarken, die für den Einkaufswert ausgegeben und am Jahresende in einer Bastelstunde in ein Album geklebt und dann gegen Bares (!) eingelöst wurden. Als letzte Versuchung gab es an den Kassen noch große transparente Plastikröhren, die mit einzelnen bunten Kaugummis befüllt waren (zur Zeit der Währungsunion gab es die im Abverkauf für einen Pfennig das Stück). Der typische DDR-Bürger trug seine Einkäufe in einem Nylon-Netz heim - da wir eine große Familie waren, war allerdings in meiner Erinnerung immer ein klappriges Leiterwägelchen beteiligt, das im Bedarfsfall (wenn durch Überladung beschädigt) mal zum Stellmacher gebracht und wieder gerichtet wurde. Interessant ist auch, dass der Konsum zur Besserung der Versorgungslage auch Lebensmittel aus privater Erzeugung ankaufte - man meldete sich an und gab die Dinge dann richtig an der Lieferrampe an der Gebäuderückseite ab. Die Subventionierung führte zu so kuriosen Sachen, dass man dort ein Kaninchen abgeben konnte und mehr Geld dafür bekam, als es hinterher fertig ausgenommen und zerlegt an der Fleishctheke kostete. (Das hab ich aber nur gehört - ich erinnere mich nur, dass wir im Schulgarten ein großes Beet Zuckererbsen angebaut und die Ernte dann in einem Sondereinsatz für den Konsum eingebracht haben.)
Die eigentliche staatseigene Handelsorganisation hieß HO und hatte natürlich auch in Obercunnersdorf eine Niederlassung - die war aber kleiner und beengter als der Konsum und wurde wohl deshalb meiner Erinnerung nach nur aufgesucht, wenn noch eine Kleinigkeit fehlte oder man etwas nicht bekommen hatte. Eine weitere, ganz wichtige Art von Läden, an die heute kein Lehrbuch und kaum ein Artikel erinnert, waren Kommissionshandlungen, also privat geführte Tante-Emma-Läden. Meine Eltern besuchten zwei davon, nämlich die "Burkhardt-Gretel" unterhalb des Kirchteichs und "Peupelmanns" unterhalb des Viadukts. Im Prinzip war das jeweils ein unglaublich vollgebautes kleines Zimmerchen mit Regalen an allen Wänden und einer großen Ladentheke, hinter der eine Verkäferin stand und einem alles gab, was man sich wünschte - richtig wie beim Kaufmannsladen-Spielen. Ich weiß noch genau, dass immer ein großes Bündel Schnuller an der Decke hing. Und bei der Burkhardt-Gretel habe ich einmal losen Quark gekauft, weil es nur losen gab - ich musste also noch mal heim und ein Töpfchen holen. (Bei Frau Peupelmann im Hinterhaus stand übrigens eine öffentliche Wäschemangel - auch das war eine faszinierende Maschine, die ich aber nur wenige Male gesehen habe, da sich meine Eltern dann entschlossen, die großen Wäschestücke in die Reinigung des nahe gelegenen Lautex-Kombinats zu geben.) Diese Konkurrenz mag verwundern, wo doch eigentlich keine Auswahl bestand und alles überal das gleiche kostete. Ein Grund für ihr Bestehen mag die geringere Mobilität der Kunden gewesen sein - es gab ja viel weniger Autos als heute, und das Dorf ist langgestreckt -, ein anderer die Beziehungspflege - Konsum und HO wurden mit Obst z. B. zentral beliefert und mussten nehmen was kam, während die Lädchen vielleicht Kontakt zu eienr besonders guten Gärtnerei haben konnten.
Auch die Drogerie Wünsche, deren Räumlichkeiten unterhalb des Gemeindeamtes heute langsam zerbröckeln, war ein privates Unternehmen - professionell aufgezogen, daher mit einem Verkaufsraum mit Oberlicht ausgestattet, um den sich eine lange U-förmige Theke herumzog, hinter der sowas wie Apothekenschränke fast bis zur Decke hinaufreichten. Hier habe ich meine ersten Füller gekauft, meine ersten Fotos zum Entwickeln abgegeben - und ab und zu Pulver gegen Abort-Maden (lose, abgefüllt in eine universal-Papiertüte) gekauft.
Wichtig und von meinen Eltern oft besucht waren auch Bäckerei und Fleischerei - beide haben sich auch bis heute halten können, und als Stadtmensch reibt man sich verwundert die Augen, wenn man die dortigen Preise betrachtet. Es hat davon früher sogar mehrere gegeben, aber nur je eine hatte bis zu meiner Geburt durchgehalten. Damals gab es auch noch eine richtige Gärtnerei im Dorf, westlich des Bahndamms, mit zwei großen Gewächshäusern, die im Winter mit einer kohlebefeuerten Dampfheizung betrieben wurden. Es war immer eine richtig Blütenduft-geschwängerte Luft, wenn man den Verkaufsraum betrat. Aber es gab weder glasierte Übertöpfe noch Verpackungsfolie - Sträuße wurden in Zeitungs- oder Packpapier gewickelt, Topfpflanzen in einfache Tontöpfe, für die man maximal einen weißen oder gelben Plaste-Übertopf in Gitteroptik bekam. (Ich habe neulich Fotos von meiner Namensweihe gesehen, wo diese unglasierten Töpfe als Tischschmuck aufgeboten werden!)
Nicht eigentlich ein Laden, aber doch auch wichtig war eine Flaschenannahmestelle, die hauptsächlich aus einer ehemaligen Werkstatt und einer älteren Frau mit Kopierstift-blauer Zunge bestand. Sie befand sich gegenüber der Färberei. Die eigentliche Annahmestelle der Sekundär-Rohstofferfassung (Sero) in der Nähe des Bahnhofs wurde nach der Wende zum Kristallisationskeim des Unternehmens Berger-Recycling, das es heute noch gibt. Hier konnte man die sprichwörtlichen Gläser, Flaschen, Altpapier, aber auch Lumpen und alle Arten von Schrott gegen bare Münze eintauschen. In der Nähe befand sich noch eine weitere Verkaufsstelle, an die ich mich erinnnern kann. Sie gehörte wohl zu einer bäuerlichen Handelsgenossenschaft; entsprechend konnte man hier Dinge wie Petroleumlampen, Leichtbenzin oder "Hylotox" (Holzwurmgift auf DDT-basis, mit dem u. a. meine Wiege behandelt wurde) kaufen.
Um ein Elektrogerät oder -zubehör zu erwerben, muste man bis in die Mitte von Niedercunnersdorf radeln, wo Herr Bitterlich ein Elektro-Fachgeschäft betrieb (und meines Wissens betreibt). Hier gab es alles vom Fahrradlämpchen bis zur Waschmaschine. - A propos: Ein Lädchen für Fahrradbedarf gab es auch, nämlich an der Kottmarsdorfer Straße; nur weiß ich beim besten Willen nicht, ob das erst 1990 aufmachte.
Nach 1990 hat sich das Bild gründlich gewandelt. Die Kaufhalle versuchte sich ein paar Jährchen noch als "O.K.-Markt" und hatte plötzlich sagenhafte Schnäppchen im Angebot, wie chinesische Leercassetten, gegen die die alten ORWO-Bänder ausgesprochene Qualitätsprodukte waren. Die Konkurrenz der in der Umgebung der größeren Orte aus dem Boden schießenden Supermärkte war aber auf dauer zu groß, und der Konsum machte dicht (und blieb es für fast 20 Jahre, bis ein lokaler Getränkehändler sich heranwagte und eine Filiale mit einem kleinen Nahkauf-Angebot eröffnete). Die Emma-Tanten gingen beizeiten in Rente und fanden keine enthusiastischen Nachfolgerinnen - ein paar Jahre später folgte die Drogistin. Die HO gibt es noch, da die ehemalige Filialleiterin den Laden als Edeka weiterführte und die passenden Innitialen (H. O.) hat. In den wilden Gründerjahren nach 1990 haben sich auch etliche Dorfbewohner als Getränkehändler oder Minishop-Betreiber versucht, mehr als ein paar Jahre hat es aber niemand durchgehalten - irgendwann hatte einfach jede Familie ein Auto und fuhr doch ins Kaufland oder gleich zu den Tschechen. Ein Second-Hand-Laden mit Drogerieabteilung bildet die rühmliche Ausnahme; er hat auch die Postannahmestelle übernommen. Zwei Floristinnen haben wir jetzt - aber keine Gärtnerei mehr.


Ich, der Zeitzeuge

Monday, March 5. 2012

Vor ein paar Wochen habe ich das 30. Lebensjahr vollendet. Nach 30 Jahren kann man für ein Auto ein Oldtimer-Kennzeichen beantragen, wenn es so lange durchgehalten hat. Ich bin also sowas wie ein Oldtimer.
Merkwürdig. Kann ich mich doch noch an Abitur und Zivildienst erinnern, als sei es erst letztes, höchstens vorletztes Jahr gewesen. Aber es muss so sein. Ich habe als Student den Rücktritt von Erwin Teufel erlebt und unterhalte mich inzwischen manchmal mit Menschen, die sich nicht einmal an Oettinger erinnern können. Meine älteste Nichte, an deren erste Sprechversuche ich mich erinnere, hat bereits den ersten Studienfachwechsel hinter sich. Und ich erinnere mich an Sachen, an die sich Andere gar nicht erinnern können, weil sie sie nicht erlebt haben. Insbesondere die letzten paar Jahre der DDR - immerhin habe ich noch zwei Jahre eine "Polytechnische Oberschule" besucht und ein paarmal das blaue Halstuch zum Fahnenappell getragen. Und im öffentlichen Brausenbad der Schule geduscht. Und in der Telefonkabine des Postamtes telefoniert. Und ich habe Obercunnersdorf als Industriestandort erlebt, wo man an der Farbe des Bachwassers sehen konnte, was in der Färberei grad dran war.
Mein gegenwärtiges Leben ist ein relativ ruhiges und geordnetes - und darüber bin ich überhaupt nicht unglücklich; nur gibt das eben wenig Berichtenswertes für ein Blog her. Aber inzwischen bin ich alt genug, um "von früher" erzählen zu können - damals war mein Leben zwar auch ruhig und geordnet, aber eben ganz anders als heute. Mal sehen, was mir so einfällt.





BVG-Gedichte

Monday, September 19. 2011

Aus Anlass eines geselligen Nachmittags entstanden gestern die folgenden Zweizeiler zum Thema des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Achtung, manche sind böse. Von der Lektüre wird abgeraten.

Hör ich allein 'ÖPNV',
dann wird mir gleich im Magen flau.

Fährst du mit Tramway, Bus und Bahn,
glaub nicht, da führe was nach Plan.

Der Monat' zwölfter macht mir große Pein:
Da arbeit' ich für BVG allein.

Wenn Fahrgast und Betreiber granteln,
muss um S-Bahn Berlin sich's handeln.

Auf vieles bin ich sehr erpicht;
aufs S-Bahn-Fahren freilich nicht!

Berlin verstehen ist nicht schwer.
Fahr S-Bahn, dann verstehst du mehr.

Die S-Bahn ist ein Arbeitsma'kt,
des sehr an meinen Nerven nagt.

Wenn hin und her die Züge pendeln,
bleibt nicht viel Zeit, um anzubändeln.

Die Bahn fährt hin, die Bahn fährt her,
und, wenn es schneit, fast gar nicht mehr.

Die S-Bahn-Züge selten fahren,
obschon sie alt noch nicht an Jahren.

Der Sitze Muster ist beknackt,
doch die Funktion ist meist intakt.

Ruhig zieht die Ringbahn ihre Kreise.
Ihr Name ist gewählt sehr weise.

Wenn ich den Bahnhof Wedding seh,
dann tut mir gleich der Körper weh.

Trist glänzt des Schotters Braun im Regen.
Der Birken Grün wirkt frisch dagegen.

Suchst du nach dem Arsch der Welt,
dann nimm den Zug nach Schönefeld.

Die S-Bahn ist meist wasserdicht,
doch viel mehr gutes ist sie nicht.

Willst Alkohol du inhalieren,
kannst du's mit U-Bahn-Fahr'n probieren.

Dort, wo Berliner sich erschlagen,
da fahr'n der U-Bahn gelbe Wagen.

Die U-Bahn krönt das Stadtgewimmel.
's gibt keine sonst, die näh'r am Himmel.

Ist schon der Wagen proppevoll,
heißt das, dass niemand einsteig'n soll.

Trotz Eil' ist Höflichkeit hier Sitte;
so heißt es stets: „S'rückblei'm, BITTE!“

Wer nicht gern eilt mit irrer Hast,
recht oft hier seinen Bus verpasst.

Willst du den Alex ruhig durchschreiten,
gedenk beim Planen der Gehzeiten.

Macht auch das Meckern großen Spaß:
Ich geb' zu, manchmal fährt auch was.

PS.

Fährst gut gelaunt du Schwebebahn,
hast du dich in der Stadt vertan.











SPAM-Alarm!

Tuesday, July 19. 2011

Ich hätte gern etwas gehaltvolleres geschrieben, um meine kreative Pause zu beenden. Allein, die Inspiration fehlte.

Und nun das: Spam! Gestern und heute jeweils über 40 Kommentare auf
einen Rutsch, zu jedem Beitrag mindestens einer. Mit nichtssagendem
englischen Gesabbel, einer Suchmaschine als Homepage und kryptischen
Mailadressen. Verschärfte Captchas haben nichts genützt. Daher schalte
ich die Kommentare bis auf weiteres aus.


Winterlinge und Strumpfhosen

Saturday, February 26. 2011

Zwei Dinge fallen mir am Ende dieses Winters auf, die mir nicht aus den Vorjahren bekannt vorkommen: Gelbe Blumen, die sich noch vor den Schneeglöckchen in rauen Mengen heraus wagen - und Frauen, die in Strumpfhosen mit nichts drüber rumlaufen.

Die gelben Blumen sind offenbar Winterlinge. So um Ostern herum bin ich's gewohnt, dass sich auch etwas Gelb unter die ersten Blüten mischt, aber dieses Jahr sind die Wiesen voll von dem gelben Zeugs, noch bevor irgendwas anderes zu sehen ist. Woran liegt das? Gab es einen kritischen Temperaturbereich, der nur die Winterling-Zwiebeln zum Austreiben animiert hat? Kommen die nur alle 13 Jahre? Habe ich eine latente Gelbblindheit überwunden?

Und dann noch die Strumpfhosen. Zuletzt habe ich Frauen meines Alters vor etwa 25 Jahren in Strumpfhosen rumlaufen sehen. Das war im Kindergarten. Heißt das, ich sollte jetzt anfangen, mich nach einer Latzhose umzuschauen? Manche Frauen machen sich offenbar keine Vorstellung davon, wie ein Kleidungsstück an ihrem Körper getragen wirkt. Gerade, wenn der Rest der Erscheinung sich unter einem dicken Wintermantel noch ganz verheißungsvoll ausnimmt, schmälert so ein Paar unförmige Eisbein-Haxen in Dunkelblau den Eindruck doch immens. Zieh jemand denen was anständiges an!



Existenzialismus für Anfänger

Thursday, October 14. 2010

Heute Abend, kurz vor der Haustür, kamen mir zwei männliche Jungzwanziger entgegen und debattierten erregt. Ich verstand nur diese zwei Sätze:

A: Ja du, du hast gut reden, bei dir is ja allet rosa!

B: Freilich is bei mir allet rosa! WEIL ICH ET ROSA JEMACHT HABE!!

Habe nun, ach, Philosophie... nein, das grade nicht. Aber Abitur, und Studium, und mehrere Jahre im öffentlichen Dienst samt Fortbildungen. Und Tanzschule und Coaching.

Aber wie man sich allet rosa macht, hab ich noch nicht raus. Dafür würd ich auch meine Seele hergeben.

Gierverschlanginduzierte Amnesie

Friday, July 23. 2010

Ich habe vor ziemlich genau zehn Jahren begonnen, Douglas Adams' fünfteilige Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" zu lesen. Bis heute hat mich kaum ein anderes Buch so in seinen Bann ziehen können (wenn ich vom "Elektrischen Mönch" einmal absehe). Ich erinnere mich, halbe Nächte durchgelesen, Bücher aus dieser Reihe binnen 48 Stunden komplett verschlungen zu haben.

Nun trage ich mich mit dem Gedanken, den sechsten Teil zu erwerben, den Eoin Colfer nachgeliefert hat und der, nun ja, zumindest nicht einhellig verrissen wurde. Ich hielt es für angebracht, mir davor den Inhalt der ersten Teile wieder ins Gedächtnis zu rufen. Und - was soll ich sagen - ich las den ersten Band an und konnte mich an gefühlte 65,3% kein bisschen erinnern. Bei den folgenden Bänden wurde das Problem eher schlimmer. An die unbändige Lust aufs Weiterlesen, an das häufige spontane innere Aufkichern, gewiss, daran erinnerte ich mich, und ein paar schöne Einzelheiten wie den Trick mit dem Fliegen (sich auf den Boden werfen und ihn verfehlen) haben sich mir unauslöschlich eingeprägt. Aber die ganze Handlung? Die ganzen Orte? Die ganzen reizvoll gezeichneten Nebencharaktere? Keinen blasssen Schimmer. Schlimmer; beim Lesen kam zum Teil nicht mal dieses "Ach-Ja-Gefühl" des Wiedererkennens; ganze Seiten las ich wie zum ersten Mal.

Ich habe das Thema gestern Mittag mal aufs Tablett Trapez Tapet gebracht. Meine Tischnachbarin meinte sofort, dass sie mit einer bestimmten Romanreihe (etwas jünger als "Per Anhalter" und meines Wissens bereits komplett verfilmt) genau das gleiche Problem hat. Ich glaube aber, ich habe herausgefunden, woran das liegt:

Wenn ein Buch nämlich zu gut ist, gerät man in einen Leserausch. Man möchte nicht mit dem Lesen aufhören, wenn man lieber eine Ruhepause machen, etwas Essen oder nach 20 Stunden mal etwas Schlafen gehen sollte. Man liest also viele Seiten in einem Zustand herabgesetzter Aufnahmefähigkeit. - Und man möchte sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten, sondern wissen, wie es weitergeht. Ich habe mich auch jetzt wieder dabei ertappt. Diese Figur, kenne ich die schon? Dieser Planet, stand da nicht im Teil zwei schon was drüber? Ach, egal, lesen wir einfach weiter! Kein Wunder, dass ich mich an nichts erinnere!

Dieses Phänomen erscheint mir noch völlig unzureichend erforscht. Die Zeit drängt, denn es könnte verschwinden, wenn die Analphabetisierung unserer Gesellschaft im bisherigen Tempo voranschreitet. Ich möchte hierzu einen Anstoß geben, indem ich dem Sachverhalt einen prägnanten Namen gebe. Hierbei ist schon der erste Teilbegriff problematisch, der ausdrücken soll, dass man ein Werk gierig verschlingt. In freier Anlehnung an die Bezeichnung "Druckverband" für das druckvolle Verbinden schlage ich für das gierige Verschlingen den Begriff "Gierverschlang" vor. Der aus diesem Verhalten resultierende Gedächtnisverlust ist folglich als "Gierverschlanginduzierte Amnesie" zu bezeichnen. Nun, da das Kind einen Namen hat, bin ich fest überzeugt, wird man es auch in der Forschung nicht länger ignorieren können.

Die Volksweisheit indessen hat sich des Themas, obschon nicht wissenschaftlich, versteht sich, bereits angenommen. Meine Mutter beispielsweise erhielt beim Studium vom legendären Ästhetik-Dozenten Lothar Lang den Hinweis, beim Lesen komplexerer Werke stets ein Lektürebuch zu führen, in das die wichtigsten Angaben des gerade beendeten Abschnitts eingetragen werden. Dies dient nicht allein als rasche Quelle der Rückversicherung bei spontan auftretenden Wiedererkennungsgefühlen, sondern führt mittels der Durchschleusung der Inhalte quer durch alle Hirnbereiche bis zum Ausführen der Schreibbewegung dazu, dass sich auf der so verlängerten Strecke mehr inhaltliches Sediment als gewöhnlich ablagern kann. Die Amnesie kann auf diese Weise gewiss wirkungsvoll vermieden werden. Diese Lösung setzt jedoch die bewusste Überwindung des Gierverschlangs voraus - bei Adams' Werken eine wahre Herkulesaufgabe!

Ein Kapitel wird beendet.

Sunday, April 25. 2010
Heute habe ich die letzten Kisten aus der chemnitzer Wohnung nach Berlin gefahren. Am Wochenende haben wir die Wohnung übergabefein gemacht. Die Räume sind so sauber und so gründlich gestrichen wie nie, als wir drin gewohnt haben. Was war das damals für ein Aufriss! Damals, Anfang 2008, haben wir einen Haufen Geld und Arbeit reingesteckt, dieses völlig abgewohnte Etwas mit vier Schichten Tapete in unser HomeSweetHome zu verwandeln. Und wir haben es geschafft. Aber ich bin trotzdem froh, dass dieses Kapitel nun geschlossen wird. Immer schwebte dieses Damoklesschwert über mir, dass es mit der Arbeit nicht ewig so weitergeht. Mit allem, was da dran hängt. Ja, ich habe viel Schönes erlebt. Und ich bin auch froh, dass wir das Jubiläumskonzert 20 Jahre Kammerchor chemnitz im Oktober noch mitmachen. Aber ich bin auch richtig dankbar dafür, dass wir hier in Berlin nochmal (fast) ganz neu beginnen können. Das Sprichwort, dass man manchmal einen Schritt zurück machen muss, um zwei vorwärts zu kommen - am Anfang habe ich es mehr als Trostpflaster gesehen, aber es bewahrheitet sich gerade auf ganz wunderbare Weise. Und während ich allein kapitulieren würde im Angesicht der Kisten und Möbelteile, die mir noch den Wohnraum streitig machen, bin ich jetzt, angespornt durch meinen Schatz, froh, jeden Tag eine kleinigkeit auspacken, aufhängen, anstreichen oder bauen zu können.

Das Wetter ist jetzt toll - aber ich habe mir in den Gärten der Welt vor einer Woche den ersten leichten Sonnestich des Jahres geholt. Vorhaben für die nächsten Monate: passende Kopfbedeckung finden.

Der Winter ist vergangen...

Sunday, February 28. 2010

... der Frühling steht vor der Tür. Der Frühling? Wenn wir es recht betrachten, ist der Sommer schon so gut wie vorüber, denn wir befinden uns mitten in der Erntesaison. Das jedenfalls macht uns Kaufland Chemnitz glauben, denn darin steht ein Stand mit der schönen Beschriftung: "Frische Äpfel - in sächsischen Obstgärten gereift".

Hmm, frische Äpfel! Ich habe eh nie verstanden, was an dem Treibhauseffekt so verkehrt sein soll.


Kann man beim Wasserkochen tatsächlich sparen,

Tuesday, February 2. 2010

... wenn man kaltes Wasser statt heißem nimmt?

Ich habe es experimentell überprüft. Antwort: Ja, aber es ist (jedenfalls hier im Plattenbau) nicht der Rede wert.

Beginnen wir mit der Energie: Mein Wasserkocher hat mit 1,1 l kaltem Wasser 3,25 Minuten zu tun. Wenn ich heißes nehme, kocht es schon nach 2,5 Minuten. Die Leistungsaufnahme ist in beiden Fällen durchschnittlich 303 Watt. Wenn ich jetzt jeden Tag im Jahr zweimal 1,1 l Wasser koche, kann ich durch heißes Wasser immerhin 1,9272 kWh sparen. Bei einem Preis von 0,17 Euro pro kWh (brutto) macht das immerhin eine Ersparnis von fast 33 Cent. Hey!

Das wichtigere ist aber tatsächlich das Warmwasser. Wenn man allenthalben den Tipp bekommt, doch lieber kalt die Hände zu waschen oder den Mund zu spülen, muss man da ja Wunder was sparen können.

Ich hab's nachgerechnet. Der Unterschied in meiner letzten Chemnitzer Wohnung (da muss ich allerdings den Warmwasserpreis 2007 mit dem Kaltwasserpreis 2009 vergleichen) beträgt etwa 2,14 Euro - pro Kubikmeter, also pro tausend Liter, versteht sich! Und 803 Liter kommen immerhin zusammen, wenn ich zweimal täglich meinen Tee mache. Nehme ich dafür heißes Wasser statt kaltem, muss ich folglich 1,72 Euro für diesen Luxus draufzahlen. Und noch mehr, wenn ich warte, bis das Wasser richtig heiß aus dem Hahn kommt. Wenn ich morgends und abends je einen Liter laufen lasse, kostet das nochmal 3,37 extra. Das haut rein!

Hieraus folgt: Kaltes Wasser kochen kostet hier in der Platte im Jahr maximal 1,39 € mehr, aber dafür auch neun Stunden Zeit. Und die Ersparnis reicht grade mal für ein Brot. Man kann es also wirklich mit gutem Gewissen so machen, wie man will. Heißes laufen lassen würd ich nicht.

Was sich tatsächlich ein wenig bemerkbar macht, ist die Frage, ob man mehr Wasser kocht als man braucht. Nach den von mir gemessenen Werten kostet mich meine Wasserkocherei 0,01 € für Wasser und 0,0166 € für Strom pro Tag, also zusammen immerhin 9,78 € im Jahr. Wenn ich da milchmädchenhaft 50 % draufhaue, ist das schon was Reelles. Ein Mal beim Falschparken erwischen lassen zum Beispiel. Trotzdem sollte eine gute Ehe auch so etwas aushalten.

Ach ja: Der Wasserkocher ist natürlich für jede Wassermenge ab dem Minimum-Strich die preiswerteste Variante neben dem Gasherd. Koch-Wasser im Kocher vorkochen lohnt sich wirklich. Das kann ich aber nicht selbst beweisen, da ich den Strommesser nicht vor den Herd basteln mag.

Vom Zahn der Zeit...

Wednesday, December 2. 2009

...ist immer viel die Rede. Ich aber frage mich: Was nagt an meinen Zähnen?

Meine Zähne haben nämlich die schlechte Gewohnheit angenommen, immer in der Weihnachtszeit zu Bruch zu gehen. Und das nicht, weil ich sie als Nussknacker missbrauchen würde; nein: bei ganz banalen Dingen. Das erste Mal war's ein Stück zarter Sauerbraten; das zweite Mal ein Pfefferkuchen (ein frischer, wohlgemerkt!) - nun also ein Löffel Obstsalat.

Wir waren nämlich in der Oberlausitz letztes Wochenende - ich, der Schatz, die Schwiegereltern und die meinen - und haben in Bautzen eine Ballettaufführung besucht. Schwanensee gab man. (Das zweite Ballett überhaupt in meinem Leben, soweit ich mich erinnere, und das erste seit etwa 17 Jahren.) Ein sehr schönes Wochenende war's - nur das mit dem Zahn war blöd.

Montag früh bin ich gleich zur Zahnärztin gegangen. Zu der, an deren Tür ich schon -zig mal vorbeigelaufen bin, weil sie gleich am Ausgang der U-Bahn ist, wo ich jeden Morgen rauskomme. Eine sehr freundliche und behutsam agierende Frau postsowjetischer Provenienz. Und eine schöne Praxis, wo man im bequemen Behandlungsstuhl auf einen Monitor mit schönen Landschaften oder Korallenriffen blicken kann, während meditative Klänge den Raum durchschwingen. (Bei meiner letzten konnte man nur eine gemeine Karikatur eines Baders und seines zahnleidenden Opfers anschauen.) Es hat auch gar nicht weh getan. Aber leider nicht, weil ich so tapfer gewesen wäre, nein: der Zahn war tot. Schon der zweite, der das macht. Ohne fiese Fistel, Riesenentzündung oder Mega-Kariesloch. Eines Abends friedlich eingeschlafen, um nimmer zu erwachen. Und das gibt mir zu denken.

Dass ich, mit fast 30, allmählich beginne auseinanderzufallen, erstaunt mich nicht besonders, wenn ich mir unbelebte Dinge vergleichbaren Alters anschaue. Dass aber Teile von mir, scheinbar ohne Warnung, einfach sterben, das finde ich nicht besonders amüsant. Ich meine, die Zähne sind ja noch nicht mal so alt wie die meisten anderen Teile in mir. Da stellt sich mir schon die Frage, was da noch so alles stirbt, ohne dass man es gleich bemerkt.


Gelandet

Wednesday, November 11. 2009

Bis zum 20.10. haben wir (Anja und ich) renoviert. Am 31.10. haben wir (Papa und ich) den Wagen ausgeräumt. Bis heute waren noch letzte Regale und Lampen anzubringen. Und es gibt immer noch eine Menge auf- und einzuräumen und sauberzumachen. Aber Im Grunde ist jetzt alles am rechten Platz, und aus der Wand kommt auf Wunsch Strom, Wasser, Wärme, Fernsehen und Internet. Sogar bei der GEZ hab ich mich gestern noch angemeldet, im Meldeschwung, nachdem ich mich im Bürgerbüro gemeldet habe. Ich komme in einen leeren Wartesaal und sage zur Frau hinter dem Tresen: "Ich möchte mich anmelden." "Da müssen Sie eine Nummer ziehn." Ich ziehe eine: "Vor Ihnen warten 0 Besucher." Jaa. Da bin ich auch schon dran. Es ist schön, wieder in Preußen zu sein :-))

Das Kaufland heißt hier Kaufpark und ist eine Nummer größer als sonstwo. Wie eigentlich alles hier. Nur die Wohnung ist eine Spur kleiner. Aber sehr schön geworden. Mit dem Alice-Anschluss hat's auch, allen Unkenrufen zum Trotz, gleich beim zweiten Freischaltungsversuch geklappt. SIEBEN WLANs empfange ich hier! Vielleicht geht's drum bislang nur per Kabel. Den Weg zur Arbeit finde ich schon problemlos. Auch die landschaftlich reizvollen Umwege, wenn ich das Aussteigen verpasst habe. Mir fehlen nur noch Fleischer und Bäcker direkt am Weg oder in fußläufiger Entfernung: es ist doch ein bisschen affig, wegen einem Brot und 100 g Wurst das Auto anzuwerfen. Wobei das ja auch mal bewegt werden will.

Die Tage sind kurz hier, wenn man morgens nicht aus den Federn kommt und nach der Arbeit alles selbst erledigen muss. Aber so kommt nicht groß Heimweh auf. Hätte ich mir schlimmer vorgestellt, aber ich bin wohl inzwischen oft genug verpflanzt worden. Und dank Skype ist mein Schatz viel bei mir.

Gestern waren wir genau drei Jahre zusammen. Und dann das mit Robert Enke... jetzt werd ich mir das Datum wohl merken können.

Ach ja: Ich hab die Schweinegrippe noch nicht. Und auch sonst nichts. Toi, toi, toi!

Impressionen vom Heimwerken in der neuen Wohnung

Wednesday, October 28. 2009
  • Ach, den Staubsauger wolltest du auch mitnehmen? Nein, der ist nicht da, aber eine Kehrschaufel...
  • Zu vill und zu wing is ee Ding.
  • Wenn man mit einer zu kurzhaarigen Rolle auf zu kalkhaltigem Untergrund streicht, ist der Normverbrauch nicht zu erreichen, also die Farbe zu früh alle.
  • Spundholz ist schön zum Bauen - aber 2 m bedeutet mindestens 2 m (folglich nicht 2 x 1 m mit 1 x Durchsägen).
  • Bauschaum ist auch toll - und es reicht wirklich, die Fugen zu 1/3 zu füllen (oder man schneidet hinterher 2/3 außen weg).
  • Welcher Heimwerkerkönig kommt auf die Idee, gestrichene Raufaser mit Raufaser zu überkleben?
  • Zum Schlagbohren und Sägen wäre Gehörschutz nicht schlecht gewesen.
  • Fugenspachtel Anrühren muss ich noch üben.
  • Papierschablonen für Bohrlöcher sind praktisch. Man darf nur nicht oben und unten verwechseln. Und hinten und vorne.
  • Lotrecht und parallel zur Wand ist nicht zwangsläufig dasselbe.
  • Im berliner Beton sind offenbar weniger große Steine als üblich.
  • Wenn man eine 10 Jahre alte Klospülung zum ersten Mal auseinander baut, geht beim Reparieren was anderes kaputt.
  • Was man nicht im Kopf hat, hat man in Beinen und Reifen.
  • Ich sollte mir merken, wo ich mein Werkzeug fallen lasse.
Doch, ich freue mich auf mein neues Heim. Ist richtig schön geworden... :-)

(The Customer is) not always right

Wednesday, October 14. 2009
Wer viel mit Kundschaft zu tun hat, erlebt ab und an auch echte "Kunden" darunter. Ich finde diese Seite sehr unterhaltsam!