BVG-Gedichte

Monday, September 19. 2011

Aus Anlass eines geselligen Nachmittags entstanden gestern die folgenden Zweizeiler zum Thema des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Achtung, manche sind böse. Von der Lektüre wird abgeraten.

Hör ich allein 'ÖPNV',
dann wird mir gleich im Magen flau.

Fährst du mit Tramway, Bus und Bahn,
glaub nicht, da führe was nach Plan.

Der Monat' zwölfter macht mir große Pein:
Da arbeit' ich für BVG allein.

Wenn Fahrgast und Betreiber granteln,
muss um S-Bahn Berlin sich's handeln.

Auf vieles bin ich sehr erpicht;
aufs S-Bahn-Fahren freilich nicht!

Berlin verstehen ist nicht schwer.
Fahr S-Bahn, dann verstehst du mehr.

Die S-Bahn ist ein Arbeitsma'kt,
des sehr an meinen Nerven nagt.

Wenn hin und her die Züge pendeln,
bleibt nicht viel Zeit, um anzubändeln.

Die Bahn fährt hin, die Bahn fährt her,
und, wenn es schneit, fast gar nicht mehr.

Die S-Bahn-Züge selten fahren,
obschon sie alt noch nicht an Jahren.

Der Sitze Muster ist beknackt,
doch die Funktion ist meist intakt.

Ruhig zieht die Ringbahn ihre Kreise.
Ihr Name ist gewählt sehr weise.

Wenn ich den Bahnhof Wedding seh,
dann tut mir gleich der Körper weh.

Trist glänzt des Schotters Braun im Regen.
Der Birken Grün wirkt frisch dagegen.

Suchst du nach dem Arsch der Welt,
dann nimm den Zug nach Schönefeld.

Die S-Bahn ist meist wasserdicht,
doch viel mehr gutes ist sie nicht.

Willst Alkohol du inhalieren,
kannst du's mit U-Bahn-Fahr'n probieren.

Dort, wo Berliner sich erschlagen,
da fahr'n der U-Bahn gelbe Wagen.

Die U-Bahn krönt das Stadtgewimmel.
's gibt keine sonst, die näh'r am Himmel.

Ist schon der Wagen proppevoll,
heißt das, dass niemand einsteig'n soll.

Trotz Eil' ist Höflichkeit hier Sitte;
so heißt es stets: „S'rückblei'm, BITTE!“

Wer nicht gern eilt mit irrer Hast,
recht oft hier seinen Bus verpasst.

Willst du den Alex ruhig durchschreiten,
gedenk beim Planen der Gehzeiten.

Macht auch das Meckern großen Spaß:
Ich geb' zu, manchmal fährt auch was.

PS.

Fährst gut gelaunt du Schwebebahn,
hast du dich in der Stadt vertan.











SPAM-Alarm!

Tuesday, July 19. 2011

Ich hätte gern etwas gehaltvolleres geschrieben, um meine kreative Pause zu beenden. Allein, die Inspiration fehlte.

Und nun das: Spam! Gestern und heute jeweils über 40 Kommentare auf
einen Rutsch, zu jedem Beitrag mindestens einer. Mit nichtssagendem
englischen Gesabbel, einer Suchmaschine als Homepage und kryptischen
Mailadressen. Verschärfte Captchas haben nichts genützt. Daher schalte
ich die Kommentare bis auf weiteres aus.


Winterlinge und Strumpfhosen

Saturday, February 26. 2011

Zwei Dinge fallen mir am Ende dieses Winters auf, die mir nicht aus den Vorjahren bekannt vorkommen: Gelbe Blumen, die sich noch vor den Schneeglöckchen in rauen Mengen heraus wagen - und Frauen, die in Strumpfhosen mit nichts drüber rumlaufen.

Die gelben Blumen sind offenbar Winterlinge. So um Ostern herum bin ich's gewohnt, dass sich auch etwas Gelb unter die ersten Blüten mischt, aber dieses Jahr sind die Wiesen voll von dem gelben Zeugs, noch bevor irgendwas anderes zu sehen ist. Woran liegt das? Gab es einen kritischen Temperaturbereich, der nur die Winterling-Zwiebeln zum Austreiben animiert hat? Kommen die nur alle 13 Jahre? Habe ich eine latente Gelbblindheit überwunden?

Und dann noch die Strumpfhosen. Zuletzt habe ich Frauen meines Alters vor etwa 25 Jahren in Strumpfhosen rumlaufen sehen. Das war im Kindergarten. Heißt das, ich sollte jetzt anfangen, mich nach einer Latzhose umzuschauen? Manche Frauen machen sich offenbar keine Vorstellung davon, wie ein Kleidungsstück an ihrem Körper getragen wirkt. Gerade, wenn der Rest der Erscheinung sich unter einem dicken Wintermantel noch ganz verheißungsvoll ausnimmt, schmälert so ein Paar unförmige Eisbein-Haxen in Dunkelblau den Eindruck doch immens. Zieh jemand denen was anständiges an!



Existenzialismus für Anfänger

Thursday, October 14. 2010

Heute Abend, kurz vor der Haustür, kamen mir zwei männliche Jungzwanziger entgegen und debattierten erregt. Ich verstand nur diese zwei Sätze:

A: Ja du, du hast gut reden, bei dir is ja allet rosa!

B: Freilich is bei mir allet rosa! WEIL ICH ET ROSA JEMACHT HABE!!

Habe nun, ach, Philosophie... nein, das grade nicht. Aber Abitur, und Studium, und mehrere Jahre im öffentlichen Dienst samt Fortbildungen. Und Tanzschule und Coaching.

Aber wie man sich allet rosa macht, hab ich noch nicht raus. Dafür würd ich auch meine Seele hergeben.

Gierverschlanginduzierte Amnesie

Friday, July 23. 2010

Ich habe vor ziemlich genau zehn Jahren begonnen, Douglas Adams' fünfteilige Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" zu lesen. Bis heute hat mich kaum ein anderes Buch so in seinen Bann ziehen können (wenn ich vom "Elektrischen Mönch" einmal absehe). Ich erinnere mich, halbe Nächte durchgelesen, Bücher aus dieser Reihe binnen 48 Stunden komplett verschlungen zu haben.

Nun trage ich mich mit dem Gedanken, den sechsten Teil zu erwerben, den Eoin Colfer nachgeliefert hat und der, nun ja, zumindest nicht einhellig verrissen wurde. Ich hielt es für angebracht, mir davor den Inhalt der ersten Teile wieder ins Gedächtnis zu rufen. Und - was soll ich sagen - ich las den ersten Band an und konnte mich an gefühlte 65,3% kein bisschen erinnern. Bei den folgenden Bänden wurde das Problem eher schlimmer. An die unbändige Lust aufs Weiterlesen, an das häufige spontane innere Aufkichern, gewiss, daran erinnerte ich mich, und ein paar schöne Einzelheiten wie den Trick mit dem Fliegen (sich auf den Boden werfen und ihn verfehlen) haben sich mir unauslöschlich eingeprägt. Aber die ganze Handlung? Die ganzen Orte? Die ganzen reizvoll gezeichneten Nebencharaktere? Keinen blasssen Schimmer. Schlimmer; beim Lesen kam zum Teil nicht mal dieses "Ach-Ja-Gefühl" des Wiedererkennens; ganze Seiten las ich wie zum ersten Mal.

Ich habe das Thema gestern Mittag mal aufs Tablett Trapez Tapet gebracht. Meine Tischnachbarin meinte sofort, dass sie mit einer bestimmten Romanreihe (etwas jünger als "Per Anhalter" und meines Wissens bereits komplett verfilmt) genau das gleiche Problem hat. Ich glaube aber, ich habe herausgefunden, woran das liegt:

Wenn ein Buch nämlich zu gut ist, gerät man in einen Leserausch. Man möchte nicht mit dem Lesen aufhören, wenn man lieber eine Ruhepause machen, etwas Essen oder nach 20 Stunden mal etwas Schlafen gehen sollte. Man liest also viele Seiten in einem Zustand herabgesetzter Aufnahmefähigkeit. - Und man möchte sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhalten, sondern wissen, wie es weitergeht. Ich habe mich auch jetzt wieder dabei ertappt. Diese Figur, kenne ich die schon? Dieser Planet, stand da nicht im Teil zwei schon was drüber? Ach, egal, lesen wir einfach weiter! Kein Wunder, dass ich mich an nichts erinnere!

Dieses Phänomen erscheint mir noch völlig unzureichend erforscht. Die Zeit drängt, denn es könnte verschwinden, wenn die Analphabetisierung unserer Gesellschaft im bisherigen Tempo voranschreitet. Ich möchte hierzu einen Anstoß geben, indem ich dem Sachverhalt einen prägnanten Namen gebe. Hierbei ist schon der erste Teilbegriff problematisch, der ausdrücken soll, dass man ein Werk gierig verschlingt. In freier Anlehnung an die Bezeichnung "Druckverband" für das druckvolle Verbinden schlage ich für das gierige Verschlingen den Begriff "Gierverschlang" vor. Der aus diesem Verhalten resultierende Gedächtnisverlust ist folglich als "Gierverschlanginduzierte Amnesie" zu bezeichnen. Nun, da das Kind einen Namen hat, bin ich fest überzeugt, wird man es auch in der Forschung nicht länger ignorieren können.

Die Volksweisheit indessen hat sich des Themas, obschon nicht wissenschaftlich, versteht sich, bereits angenommen. Meine Mutter beispielsweise erhielt beim Studium vom legendären Ästhetik-Dozenten Lothar Lang den Hinweis, beim Lesen komplexerer Werke stets ein Lektürebuch zu führen, in das die wichtigsten Angaben des gerade beendeten Abschnitts eingetragen werden. Dies dient nicht allein als rasche Quelle der Rückversicherung bei spontan auftretenden Wiedererkennungsgefühlen, sondern führt mittels der Durchschleusung der Inhalte quer durch alle Hirnbereiche bis zum Ausführen der Schreibbewegung dazu, dass sich auf der so verlängerten Strecke mehr inhaltliches Sediment als gewöhnlich ablagern kann. Die Amnesie kann auf diese Weise gewiss wirkungsvoll vermieden werden. Diese Lösung setzt jedoch die bewusste Überwindung des Gierverschlangs voraus - bei Adams' Werken eine wahre Herkulesaufgabe!

Ein Kapitel wird beendet.

Sunday, April 25. 2010
Heute habe ich die letzten Kisten aus der chemnitzer Wohnung nach Berlin gefahren. Am Wochenende haben wir die Wohnung übergabefein gemacht. Die Räume sind so sauber und so gründlich gestrichen wie nie, als wir drin gewohnt haben. Was war das damals für ein Aufriss! Damals, Anfang 2008, haben wir einen Haufen Geld und Arbeit reingesteckt, dieses völlig abgewohnte Etwas mit vier Schichten Tapete in unser HomeSweetHome zu verwandeln. Und wir haben es geschafft. Aber ich bin trotzdem froh, dass dieses Kapitel nun geschlossen wird. Immer schwebte dieses Damoklesschwert über mir, dass es mit der Arbeit nicht ewig so weitergeht. Mit allem, was da dran hängt. Ja, ich habe viel Schönes erlebt. Und ich bin auch froh, dass wir das Jubiläumskonzert 20 Jahre Kammerchor chemnitz im Oktober noch mitmachen. Aber ich bin auch richtig dankbar dafür, dass wir hier in Berlin nochmal (fast) ganz neu beginnen können. Das Sprichwort, dass man manchmal einen Schritt zurück machen muss, um zwei vorwärts zu kommen - am Anfang habe ich es mehr als Trostpflaster gesehen, aber es bewahrheitet sich gerade auf ganz wunderbare Weise. Und während ich allein kapitulieren würde im Angesicht der Kisten und Möbelteile, die mir noch den Wohnraum streitig machen, bin ich jetzt, angespornt durch meinen Schatz, froh, jeden Tag eine kleinigkeit auspacken, aufhängen, anstreichen oder bauen zu können.

Das Wetter ist jetzt toll - aber ich habe mir in den Gärten der Welt vor einer Woche den ersten leichten Sonnestich des Jahres geholt. Vorhaben für die nächsten Monate: passende Kopfbedeckung finden.

Der Winter ist vergangen...

Sunday, February 28. 2010

... der Frühling steht vor der Tür. Der Frühling? Wenn wir es recht betrachten, ist der Sommer schon so gut wie vorüber, denn wir befinden uns mitten in der Erntesaison. Das jedenfalls macht uns Kaufland Chemnitz glauben, denn darin steht ein Stand mit der schönen Beschriftung: "Frische Äpfel - in sächsischen Obstgärten gereift".

Hmm, frische Äpfel! Ich habe eh nie verstanden, was an dem Treibhauseffekt so verkehrt sein soll.


Kann man beim Wasserkochen tatsächlich sparen,

Tuesday, February 2. 2010

... wenn man kaltes Wasser statt heißem nimmt?

Ich habe es experimentell überprüft. Antwort: Ja, aber es ist (jedenfalls hier im Plattenbau) nicht der Rede wert.

Beginnen wir mit der Energie: Mein Wasserkocher hat mit 1,1 l kaltem Wasser 3,25 Minuten zu tun. Wenn ich heißes nehme, kocht es schon nach 2,5 Minuten. Die Leistungsaufnahme ist in beiden Fällen durchschnittlich 303 Watt. Wenn ich jetzt jeden Tag im Jahr zweimal 1,1 l Wasser koche, kann ich durch heißes Wasser immerhin 1,9272 kWh sparen. Bei einem Preis von 0,17 Euro pro kWh (brutto) macht das immerhin eine Ersparnis von fast 33 Cent. Hey!

Das wichtigere ist aber tatsächlich das Warmwasser. Wenn man allenthalben den Tipp bekommt, doch lieber kalt die Hände zu waschen oder den Mund zu spülen, muss man da ja Wunder was sparen können.

Ich hab's nachgerechnet. Der Unterschied in meiner letzten Chemnitzer Wohnung (da muss ich allerdings den Warmwasserpreis 2007 mit dem Kaltwasserpreis 2009 vergleichen) beträgt etwa 2,14 Euro - pro Kubikmeter, also pro tausend Liter, versteht sich! Und 803 Liter kommen immerhin zusammen, wenn ich zweimal täglich meinen Tee mache. Nehme ich dafür heißes Wasser statt kaltem, muss ich folglich 1,72 Euro für diesen Luxus draufzahlen. Und noch mehr, wenn ich warte, bis das Wasser richtig heiß aus dem Hahn kommt. Wenn ich morgends und abends je einen Liter laufen lasse, kostet das nochmal 3,37 extra. Das haut rein!

Hieraus folgt: Kaltes Wasser kochen kostet hier in der Platte im Jahr maximal 1,39 € mehr, aber dafür auch neun Stunden Zeit. Und die Ersparnis reicht grade mal für ein Brot. Man kann es also wirklich mit gutem Gewissen so machen, wie man will. Heißes laufen lassen würd ich nicht.

Was sich tatsächlich ein wenig bemerkbar macht, ist die Frage, ob man mehr Wasser kocht als man braucht. Nach den von mir gemessenen Werten kostet mich meine Wasserkocherei 0,01 € für Wasser und 0,0166 € für Strom pro Tag, also zusammen immerhin 9,78 € im Jahr. Wenn ich da milchmädchenhaft 50 % draufhaue, ist das schon was Reelles. Ein Mal beim Falschparken erwischen lassen zum Beispiel. Trotzdem sollte eine gute Ehe auch so etwas aushalten.

Ach ja: Der Wasserkocher ist natürlich für jede Wassermenge ab dem Minimum-Strich die preiswerteste Variante neben dem Gasherd. Koch-Wasser im Kocher vorkochen lohnt sich wirklich. Das kann ich aber nicht selbst beweisen, da ich den Strommesser nicht vor den Herd basteln mag.

Vom Zahn der Zeit...

Wednesday, December 2. 2009

...ist immer viel die Rede. Ich aber frage mich: Was nagt an meinen Zähnen?

Meine Zähne haben nämlich die schlechte Gewohnheit angenommen, immer in der Weihnachtszeit zu Bruch zu gehen. Und das nicht, weil ich sie als Nussknacker missbrauchen würde; nein: bei ganz banalen Dingen. Das erste Mal war's ein Stück zarter Sauerbraten; das zweite Mal ein Pfefferkuchen (ein frischer, wohlgemerkt!) - nun also ein Löffel Obstsalat.

Wir waren nämlich in der Oberlausitz letztes Wochenende - ich, der Schatz, die Schwiegereltern und die meinen - und haben in Bautzen eine Ballettaufführung besucht. Schwanensee gab man. (Das zweite Ballett überhaupt in meinem Leben, soweit ich mich erinnere, und das erste seit etwa 17 Jahren.) Ein sehr schönes Wochenende war's - nur das mit dem Zahn war blöd.

Montag früh bin ich gleich zur Zahnärztin gegangen. Zu der, an deren Tür ich schon -zig mal vorbeigelaufen bin, weil sie gleich am Ausgang der U-Bahn ist, wo ich jeden Morgen rauskomme. Eine sehr freundliche und behutsam agierende Frau postsowjetischer Provenienz. Und eine schöne Praxis, wo man im bequemen Behandlungsstuhl auf einen Monitor mit schönen Landschaften oder Korallenriffen blicken kann, während meditative Klänge den Raum durchschwingen. (Bei meiner letzten konnte man nur eine gemeine Karikatur eines Baders und seines zahnleidenden Opfers anschauen.) Es hat auch gar nicht weh getan. Aber leider nicht, weil ich so tapfer gewesen wäre, nein: der Zahn war tot. Schon der zweite, der das macht. Ohne fiese Fistel, Riesenentzündung oder Mega-Kariesloch. Eines Abends friedlich eingeschlafen, um nimmer zu erwachen. Und das gibt mir zu denken.

Dass ich, mit fast 30, allmählich beginne auseinanderzufallen, erstaunt mich nicht besonders, wenn ich mir unbelebte Dinge vergleichbaren Alters anschaue. Dass aber Teile von mir, scheinbar ohne Warnung, einfach sterben, das finde ich nicht besonders amüsant. Ich meine, die Zähne sind ja noch nicht mal so alt wie die meisten anderen Teile in mir. Da stellt sich mir schon die Frage, was da noch so alles stirbt, ohne dass man es gleich bemerkt.


Gelandet

Wednesday, November 11. 2009

Bis zum 20.10. haben wir (Anja und ich) renoviert. Am 31.10. haben wir (Papa und ich) den Wagen ausgeräumt. Bis heute waren noch letzte Regale und Lampen anzubringen. Und es gibt immer noch eine Menge auf- und einzuräumen und sauberzumachen. Aber Im Grunde ist jetzt alles am rechten Platz, und aus der Wand kommt auf Wunsch Strom, Wasser, Wärme, Fernsehen und Internet. Sogar bei der GEZ hab ich mich gestern noch angemeldet, im Meldeschwung, nachdem ich mich im Bürgerbüro gemeldet habe. Ich komme in einen leeren Wartesaal und sage zur Frau hinter dem Tresen: "Ich möchte mich anmelden." "Da müssen Sie eine Nummer ziehn." Ich ziehe eine: "Vor Ihnen warten 0 Besucher." Jaa. Da bin ich auch schon dran. Es ist schön, wieder in Preußen zu sein :-))

Das Kaufland heißt hier Kaufpark und ist eine Nummer größer als sonstwo. Wie eigentlich alles hier. Nur die Wohnung ist eine Spur kleiner. Aber sehr schön geworden. Mit dem Alice-Anschluss hat's auch, allen Unkenrufen zum Trotz, gleich beim zweiten Freischaltungsversuch geklappt. SIEBEN WLANs empfange ich hier! Vielleicht geht's drum bislang nur per Kabel. Den Weg zur Arbeit finde ich schon problemlos. Auch die landschaftlich reizvollen Umwege, wenn ich das Aussteigen verpasst habe. Mir fehlen nur noch Fleischer und Bäcker direkt am Weg oder in fußläufiger Entfernung: es ist doch ein bisschen affig, wegen einem Brot und 100 g Wurst das Auto anzuwerfen. Wobei das ja auch mal bewegt werden will.

Die Tage sind kurz hier, wenn man morgens nicht aus den Federn kommt und nach der Arbeit alles selbst erledigen muss. Aber so kommt nicht groß Heimweh auf. Hätte ich mir schlimmer vorgestellt, aber ich bin wohl inzwischen oft genug verpflanzt worden. Und dank Skype ist mein Schatz viel bei mir.

Gestern waren wir genau drei Jahre zusammen. Und dann das mit Robert Enke... jetzt werd ich mir das Datum wohl merken können.

Ach ja: Ich hab die Schweinegrippe noch nicht. Und auch sonst nichts. Toi, toi, toi!

Impressionen vom Heimwerken in der neuen Wohnung

Wednesday, October 28. 2009
  • Ach, den Staubsauger wolltest du auch mitnehmen? Nein, der ist nicht da, aber eine Kehrschaufel...
  • Zu vill und zu wing is ee Ding.
  • Wenn man mit einer zu kurzhaarigen Rolle auf zu kalkhaltigem Untergrund streicht, ist der Normverbrauch nicht zu erreichen, also die Farbe zu früh alle.
  • Spundholz ist schön zum Bauen - aber 2 m bedeutet mindestens 2 m (folglich nicht 2 x 1 m mit 1 x Durchsägen).
  • Bauschaum ist auch toll - und es reicht wirklich, die Fugen zu 1/3 zu füllen (oder man schneidet hinterher 2/3 außen weg).
  • Welcher Heimwerkerkönig kommt auf die Idee, gestrichene Raufaser mit Raufaser zu überkleben?
  • Zum Schlagbohren und Sägen wäre Gehörschutz nicht schlecht gewesen.
  • Fugenspachtel Anrühren muss ich noch üben.
  • Papierschablonen für Bohrlöcher sind praktisch. Man darf nur nicht oben und unten verwechseln. Und hinten und vorne.
  • Lotrecht und parallel zur Wand ist nicht zwangsläufig dasselbe.
  • Im berliner Beton sind offenbar weniger große Steine als üblich.
  • Wenn man eine 10 Jahre alte Klospülung zum ersten Mal auseinander baut, geht beim Reparieren was anderes kaputt.
  • Was man nicht im Kopf hat, hat man in Beinen und Reifen.
  • Ich sollte mir merken, wo ich mein Werkzeug fallen lasse.
Doch, ich freue mich auf mein neues Heim. Ist richtig schön geworden... :-)

(The Customer is) not always right

Wednesday, October 14. 2009
Wer viel mit Kundschaft zu tun hat, erlebt ab und an auch echte "Kunden" darunter. Ich finde diese Seite sehr unterhaltsam!

... aber der Wagen, der rollt!

Sunday, October 4. 2009

Ich will es kurz machen. Die Tatsache, dass mein Elternzeitvertretungs-Vertrag nächstes Jahr auslief, machte es erforderlich, sich nach Alternativen umzusehen. Früher als erwartet hat es jetzt geklappt: Ab November werde ich in Berlin bei der BStU arbeiten. Und wenn ich mich nicht ganz dumm anstelle, solange wie ich möchte. 

Meine Gefühle darüber sind natürlich zwiespältig. Ich habe mich sehr gut eingelebt hier in Chemnitz, mit den Kollegen auf Arbeit gut verstanden, und mit meinem Schatz ein schönes gemütliches Nest eingerichtet. Aber irgendwann im Leben kommt man doch an den Punkt, wo man gern wissen möchte, wie es in den nächsten paar Jahren weitergeht. Und für diese Planungssicherheit muss man auch mal bereit sein, ein bis zwei Schritte zurückzugehen. Außerdem kenne ich Berlin ja noch aus Studienzeiten und bin von daher zuversichtlich, das wir miteinander auskommen werden. Drückt mir die Daumen, dass die nächsten Jahre so gut werdne wie die letzten!


Medion - ich hätt's wissen können!

Monday, September 28. 2009

ALDI hat seit Jahren den Ruf weg, für wenig Geld ganz ordentliche Qualität zu bieten. Immer wieder meldet sich jemand, der behauptet: zu Unrecht. So auch ich, heute.

In meinen Augen ist ALDI nichts als ein etwas teureres Kaufland ohne Auswahl und kleine Packungen. Und von Medion-Elektronik sollte man eh die Finger lassen. Ich erinnere mich noch deutlich an T.s Flachbildschirm-Fernseher, bei dem sich immer der weiße Sat1-Videotext nach zehn Sekunden von den Rändern her rot und blau einfärbte. Und ich erinnere mich dunkel an Testberichte über Medion-Notebooks, die zu laut waren und Strahlungs-Grenzwerte nicht einhielten. Das hielt mich aber nicht ab, mir heute einen Medion-Plattenspieler zu holen. Das Angebot war einfach zu verlockend: Das Ding kann nämlich Direktaufnahmen von Schallplatte auf USB-Stick oder Speicherkarte machen. Dazu hat es eine Geschwindigketis-Feinkorrektur und sieht echt professionell aus. Und man kann es als MP3-Player verwenden. Aber ich habe es getestet und werde es morgen zurück schaffen.

Schon vom Einstecken weg stört mich das Brummen. Alle Geräte, die heute gebaut werden und weniger als 100 Euro kosten, brummen nach dem Anstecken. Ausgeschaltet. Das kommt, weil der Schalter nicht, wie früher, vor, sondern nach dem Trafo eingebaut wird. Und weil die Trafos billiger Schrott sind. Aber das allein hätte mich nicht abgeschreckt. Bei meinem letzten Plattenspieler habe ich auch einfach einen Knipsschalter ins Kabel eingebaut und das Problem damit gelöst.

Außerdem ist die werberelevante Zielgruppe vermutlich mehrheitlich so taub, dass sie so ein leises Geräusch nicht hört. Sie muss taub sein, denn sonst würde sie noch etwas wesentlicheres hören: Dieser Plattenspieler klingt einfach scheiße. Und ich benutze Fäkalsprache selten, aber hier muss es sein. Da kann ich noch so viel am Justiergewicht und dem anderen Ding (für den Nadel-Zug zur Mitte) justieren, meine Klassik-LPs klingen an allen lauten Stellen übersteuert wie durch den Kamm geblasen. Aber die werberelevante Zielgruppe hört sowas natürlich nicht. Diese Leute wissen wahrscheinlich gar nicht mehr, wie eine Schallplatte richtig klingen muss. Die freuen sich wahrscheinlich noch wie Bolle, dass sie so ein schickes Gerät mit blauer LED-Feinabstimmung und Trimmgewischt in ihre IKEA-Schrankwand stellen können. (Wobei, nix gegen IKEA, die Schrankwände brummen wenigstens nicht.) Es stimmt schon: If you pay peanuts, you get monkeys. Für einen ordentlichen Plattenspieler muss man halt doch ein paar hundert Euro hinblättern. Oder Glück haben, wie ich, als ich letztes Jahr meinen im Kaufland gekauft habe. Der hat zwar keine MP3-Funktion, keine Feinabstimmung und kein Trimmgewicht. Aber er klingt gut.

Und hätte er das nicht getan, hätte ich ihn auch zurück geschafft.

Kurztripp beendet

Monday, September 14. 2009

Der wahrscheinlich letzte Kurzurlaub bis Weihnachten ging zu meiner Schwester in Hessen.

Es war wi immer: lecker Essen, ein seit neun Jahren ohne Neustimmung wunderbar temperiertes Klavier (Fa. Rosenkranz, Dresden - sehr empfehlenswert!), nächtliche Mückenjagd - und viel Tollerei mit meinen Nichten und seit neustem auch mit einem kleinen Neffen. Wie sehr mir das im Alltag fehlt, merke ich heute in den Beinen.