BVG-Gedichte
Aus Anlass eines geselligen Nachmittags entstanden gestern die folgenden Zweizeiler zum Thema des öffentlichen Personennahverkehrs in Berlin. Achtung, manche sind böse. Von der Lektüre wird abgeraten.
Hör ich allein 'ÖPNV',
dann wird mir gleich im Magen flau.
Fährst du mit Tramway, Bus und Bahn,
glaub nicht, da führe was nach Plan.
Der Monat' zwölfter macht mir große Pein:
Da arbeit' ich für BVG allein.
Wenn Fahrgast und Betreiber granteln,
muss um S-Bahn Berlin sich's handeln.
Auf vieles bin ich sehr erpicht;
aufs S-Bahn-Fahren freilich nicht!
Berlin verstehen ist nicht schwer.
Fahr S-Bahn, dann verstehst du mehr.
Die S-Bahn ist ein Arbeitsma'kt,
des sehr an meinen Nerven nagt.
Wenn hin und her die Züge pendeln,
bleibt nicht viel Zeit, um anzubändeln.
Die Bahn fährt hin, die Bahn fährt her,
und, wenn es schneit, fast gar nicht mehr.
Die S-Bahn-Züge selten fahren,
obschon sie alt noch nicht an Jahren.
Der Sitze Muster ist beknackt,
doch die Funktion ist meist intakt.
Ruhig zieht die Ringbahn ihre Kreise.
Ihr Name ist gewählt sehr weise.
Wenn ich den Bahnhof Wedding seh,
dann tut mir gleich der Körper weh.
Trist glänzt des Schotters Braun im Regen.
Der Birken Grün wirkt frisch dagegen.
Suchst du nach dem Arsch der Welt,
dann nimm den Zug nach Schönefeld.
Die S-Bahn ist meist wasserdicht,
doch viel mehr gutes ist sie nicht.
Willst Alkohol du inhalieren,
kannst du's mit U-Bahn-Fahr'n probieren.
Dort, wo Berliner sich erschlagen,
da fahr'n der U-Bahn gelbe Wagen.
Die U-Bahn krönt das Stadtgewimmel.
's gibt keine sonst, die näh'r am Himmel.
Ist schon der Wagen proppevoll,
heißt das, dass niemand einsteig'n soll.
Trotz Eil' ist Höflichkeit hier Sitte;
so heißt es stets: „S'rückblei'm, BITTE!“
Wer nicht gern eilt mit irrer Hast,
recht oft hier seinen Bus verpasst.
Willst du den Alex ruhig durchschreiten,
gedenk beim Planen der Gehzeiten.
Macht auch das Meckern großen Spaß:
Ich geb' zu, manchmal fährt auch was.
PS.
Fährst gut gelaunt du Schwebebahn,
hast du dich in der Stadt vertan.
